60 Jahre Landfrauen
25.10.2009 Posted in Feste, Wallau | Sei der erste mit deinem Kommentar »Tags: Fest, Landfrauen, Wallau
Am 25.Okt.2009 feierten die Wallauer Landfrauen ihr 60-jähriges Bestehen.
Mit einer riesigen Kuchentheke und einem reichhaltigen und bunten Programm beglückten die Landfrauen ihre Gäste.
Seit 60 Jahren kreativ und hilfsbereit
22.10.2009 – WALLAU
Von Anja Baumgart-Pietsch
LANDFRAUEN Wallauer Verein blickt auf erfolgreiche Geschichte zurück und feiert in der Ländcheshalle
Vor 60 Jahren, kurz nach dem Krieg, trafen sich im Gasthaus “Grüner Wald” in Wallau einige Landwirtsfrauen, um den örtlichen Landfrauenverein aus der Taufe zu heben. Am 28. November war das genaue Gründungsdatum, seinerzeit war Emma Stieglitz zur ersten Vorsitzenden gewählt worden. Auch noch heute sind drei Gründungsmitglieder dabei. Am 25. Oktober wird ab 14 Uhr in der Ländcheshalle bei Kaffee und Kuchen und einem musikalischen Programm mit dem eigenen Chor und Gästen das 60-jährige Bestehen feierlich begangen.
Mit der traditionellen Einladungsformel “Wir feiern ein Geburtstagsfest und freu`n uns über viele Gäst`” bitten die Landfrauen um rege Teilnahme, wie es bei den Jubiläen der vergangenen Zeit auch üblich war. Immerhin 130 Mitglieder zählt der Verein, dessen Vorsitzende heute Gerda Fischer ist. 1949 waren es 23 Frauen aus dem Ort, die Interesse an einem Zusammenschluss hegten. Elfriede Hauzel, ebenfalls Vorstandsmitglied, hat gemeinsam mit der mittlerweile verstorbenen Emma Stieglitz Erinnerungen an die Anfänge aufgeschrieben. Damals hatte eine Referentin des Evangelischen Hilfswerkes den örtlichen Pfarrer aufgesucht und Geld angeboten für eine Wäscherei und Bäder in der Pfarrscheune.
Anfänge in Wäscherei
Das Geld durfte nur an eine landwirtschaftliche Organisation abgegeben werden. Zehntausend Mark waren es, die innerhalb eines Jahres investiert sein sollten. “Da machte Pfarrer Keßler einen Rückzieher, es ginge nicht, dass die Frauen mit ihren Wäschewägelchen auf den Pfarrhof kämen”, erinnerte sich Stieglitz. Sie schaffte es doch, kaufte im Frankfurter “Mielehaus” Waschmaschinen, stellte sie zunächst in einer Remise unter, bis das Haus dann doch gebaut wurde – unterkellert, in weiser Voraussicht. Der “ansehnliche Bau” stand dann bald auf dem Recepturhof, Emma Stieglitz hatte es geschafft.
1954 wurde die Wäscherei eingeweiht und eine Angestellte sorgte dafür, dass die Landfrauen ihre Wäsche dort gewaschen bekamen. “Trocknen und bügeln musste man sie selbst”, erinnert sich Gerda Fischer, “aber es war eine große Hilfe”. Auch die Heimatvertriebenen in Wallau benutzten die Wäscherei, denn, so Stieglitz, “Wir haben das alles für die ganze Gemeinde geschaffen und nicht nur für die Mitglieder des Landfrauenvereins”.
Nur kurze Zeit später wurde eine zentrale Tiefkühlanlage eingerichtet. Sie kam in den Keller der Wäscherei. Erst in den siebziger Jahren hatten die meisten Wallauerinnen Waschmaschinen und Kühlgeräte im eigenen Haushalt, so dass die Anlagen geschlossen wurden und die Stadt Hofheim das Gebäude vom Verein erwarb.
Auch für einen Kindergarten sorgte Emma Stieglitz mit dem Landfrauenverein. Er befand sich zunächst im Saal einer Gastwirtschaft. Bald übernahm die evangelische Kirchengemeinde die Trägerschaft, aber der eigentliche Gründer dieses Kindergartens war der Landfrauenverein. Emma Stieglitz verschweigt in ihren Erinnerungen auch nicht, dass die kirchlichen Verbände durch die Neugründung Konkurrenz witterten.
Der Pfarrer wusste erst einmal nichts mit dem von ihm verächtlich “Strickverein” genannten neuen Verband anzufangen, später, als auch andere Frauen, die nicht aus der Landwirtschaft kamen, Mitglied werden wollten, verärgerte das manche Bäuerinnen. Emma Stieglitz wusste alle Wogen zu glätten. Später übernahm Else Kranz den Vorsitz und führte den Verein erfolgreich weiter. Heute wie damals werden kreative Freizeitgestaltungen wie Reisen, Feiern und Wandern groß geschrieben, Expertenvorträge helfen bei der Weiterbildung, es wird gemeinsam gekocht und mit dem Landfrauenchor gesungen – ein vielseitiger Verein, der auch heute noch in Wallau eine große Rolle spielt.
Presse hierzu:
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